Veränderung und Konstanz
Es ist Sommer am Rotbach. Ein Kräutergarten und vielfältige Nutzpflanzen umsäumen die Sitzplätze oder wachsen in dafür vorgesehenen Rabatten. Bienenstöcke, Vogelbehausungen und Blumenwiesen sind angelegt. Eine Vielfalt an Insekten und Vögeln leben hier einen weiteren Sommer in den Bäumen oder auf den Dächern der Fabrik am Rotbach. 

Das Wachsen und das Vergehen, sei es in der Natur über die Jahreszeiten oder über die baulichen und strukturellen Veränderungen der Lebensräume erwirkt ein Gefühl der Konstanz und der Veränderung in der Fabrik. Die Bewohnerinnen und Bewohner der ehemaligen Fabrikräume leben in einer einzigartigen Umgebung. In dieser Flussschlaufe, wo sich beide Halbkantone trennen oder zusammenfinden, nehmen geschichtliche, kulturelle und architektonische Begebenheiten Einfluss auf das Zusammen- und Nebeneinanderleben in der ehemaligen Bleicherei im Bühler. 

Raum und Gemeinschaft
Das einstige Herrenhaus oben an der Fabrik wurde im Winter 2018/19 abgerissen. Es verschwand ein Stück Fabrikgeschichte. Etwas davon wollte allerdings erhalten bleiben und wurde den Mauern der Fabrik zurückgeführt: Aus alten Balken und Brettern des abgerissenen Objektes wurden Einrichtungen für einen Gemeinschaftraum gezimmert. Maler- und Schreinerarbeiten waren nötig und wurden von Bewohnerinnen und Bewohnern  im Kontext dieses Konzeptes der Rückführung gemeinsam bewältigt. Dieses „Bewohnerprojekt“ fand den Anfang in der alten Waschküche beim heutigen Innenhof der Fabrik. Gemeinsames Kochen, Essen und Trinken, Spiel- oder Filmabende, Ausstellungen, Sitzungen und Anlässe – es ist ein Raum entstanden, der verschiedene Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner  abdecken kann. Die «Laterne am Rotbach» ist heute ein Ort der Zusammenkunft und ein fester Bestandteil des Fabriklebens geworden. Dieses Projekt steht exemplarisch für die heutige Wohn- und Gestaltungmöglichkeit in der Fabrik am Rotbach.

Wohnen und Wirken
Durch dieses aktive Neben- und Miteinandersein, eingebettet in die hiesige Natur ist eine besondere Gemeinschaft und ein stetiger Austausch möglich geworden, der in dieser Form einzigartig und vielseitig erscheint. Seien es die einzelnen Sitzplätze, der grosszügige Innenhof oder die vielen offenen Plätze. Begegnungs- und Verweilzonen werden hier frei genutzt und belebt. Die Fabrik am Rotbach ist ein kleines Dorf, welches sich achtsam um Infrastruktur, Mensch, Tier und Natur bemüht. Es ist ein Ort geworden, in dem man von aussen jederzeit willkommen ist und drinnen viel erlebt und bewegt wird. Auch im Sinne des Grundgedankens des ehemaligen Besitzers Ruedi Zwissler, der des kreativen Zusammenlebens in der Natur. Kreativität und soziales Engagement sind genauso wichtig geworden wie ruhiges Nebeneinander oder eine familiäre Atmosphäre. Hier erfährt der Begriff «Heimat» eine ganz offensichtliche Bedeutung. 

Diese Art des Wohnens und Wirkens in einem solch offenen und geschlossenen Komplex erhält zudem eine sozialökologische Bedeutung. Die Fabrik kann als Soziotop in einer idyllischen, ländlichen Umgebung verstanden werden. Als soziales Experiment. Es gleicht einem Nest, in dem immer etwas ausgebrütet wird. 

 

Allen Mieterinnen und Mietern zur Verfügung steht:

- der Hof und verschiedene, Gartensitzplätze, inkl. Sonnenschirm, Möblierung, mobiles Cheminée, usw.

- Velounterstand

- Grünabfuhr

- Altpapierdepot