Dank grossem, privatem Engagement konnte die Fabrikruine vor 30 Jahren einer neuen Nutzung zugeführt werden. Ziel des Projektes war es, möglichst viel der bestehenden Bausubstanz zu erhalten, unsachgemässe Eingriffe und Überflüssiges rückzubauen und gezielt Neues einzufügen. So erhielt die Fabrik mit Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsräumen eine neue Bestimmung. Den über die Jahre veränderten Bedürfnissen galt und gilt es seither Rechnung zu tragen.
Europäische Tage des Denkmals 2019 Die ehemalige Bleicherei am Rotbach bildete in diesen Tagen den Schauplatz für verschiedene Referate, Besichtigungen und Ausstellungen. Anhand vorhandener Dokumente kann sowohl der Geschichte der Renovation, als auch jener ehemaliger Kunstaktionen von Roman Signer in der Fabrik am Rotbach nachgespürt werden. Es erwartet den Besucher, die Besucherin integrierte Ausstellungen und eine Kunstinstallation sowie eine Vortragsreihe mit drei Referaten.
Über das Zusammenspiel der Farben
an den Häusern in Appenzell Ausserrhoden
Hans-Ruedi Beck Leitung Denkmalpflege AR
Referat der Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden
Fresken als Zeitzeugen von Flüchtlingen
Thomas Fuchs Historiker
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die leer stehende Fabrik am Rotbach ein erstes Mal für Wohnzwecke genutzt – als sogenanntes Quarantänelager für internierte Militärpersonen und zivile Flüchtlinge. Fresken in einzelnen Räumen der Fabrik zeugen noch immer davon. Dank einem sehr bemerkenswerten Erinnerungsalbum, das vom tschechischen Zeichner und Autor Vladimír Babula und seinem Fluchtkollegen Franta Hanák begonnen wurde, kennen wir seit kurzem viele der kurzzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner. Das Album bildet den Ausgangspunkt für eine Einführung ins Frühjahr 1945, in dem Millionen Leute unterwegs waren auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
Erblast der Moderne
Benedikt Loderer Stadtwanderer
Benedikt Loderer schickt voraus: „Der erste Mensch erwacht und entdeckt die Welt, genauer, den Zwischenraum. Auf einer Reise durch die Geschichte von Babylon bis Berlin durchwandert er ihn und kommt so um 1920 in der Moderne an. Dort stellt er fest: Modern sein heisst einsam sein, isoliert, autistisch. Warum, weil der Zwischenraum abgeschafft wurde. Das ist die Erblast der Moderne, die wir tragen müssen, sie schuf, woran wir kauen, die Agglomeration.“
▶︎ Appenzeller Zeitung vom 13. September 2019 PDF▶︎ Appenzeller Zeitung Berichterstattung zum Tag des Denkmals PDF▶︎ Artikel im Anzeigeblatt vom 13.9.2019 PDF▶︎ Artikel im Anzeige-Blatt vom 17.9.2019 PDF▶︎ Artikel im Anzeige-Blatt vom 20.9.2019 PDF▶︎ Vorschau im Anzeigeblatt vom 30.8.2019 PDF▶︎ Artikel im Appenzeller Volksfreund vom 18.9.2019 PDF
Jubiläumsfeier und Tag der offenen Tür anlässlich dem Tag des Denkmals vom 14. September 2019 (Fotos: Robert Di Falco)